Rahmenbedingungen Psychotraumatologie

Die Psychotherapie von Patienten mit Traumafolgestörungen sollte immer im Kontext eines Gesamtbehandlungsplans erfolgen. Der Behandlungsschwerpunkt liegt hierbei in der ambulanten Therapie. Dementsprechend können nur Patienten aufgenommen werden, die bereits vor der stationären Therapie verbindlich die Möglichkeiten einer ambulanten Weiterbehandlung geregelt haben.

Die medizinische Abklärung von körperlichen Beschwerden sollte vor dem Aufenthalt abgeschlossen sein.

Die Behandlung auf der Traumastation erfordert eine hohe Motivation zur Mitarbeit. Das beinhaltet beispielsweise bereits in der Phase der Anmeldung die Bereitschaft, recht umfangreiche Informationen zum Störungsbild und zur Vorbehandlung verfügbar zu machen und mehrere wissenschaftlich fundierte Fragebogen auszufüllen.

Die Behandlungsdauer beträgt i.d.R. ca. 8 Wochen, in Fällen von Intervallbehandlung beschränkt sich die Aufenthaltsdauer meist auf 6 Wochen.

Patienten mit folgenden Störungsbildern bzw. Eigenschaften können auf der Traumstation nicht behandelt werden:

  • nicht kontrollierbare Suizidalität oder schwere Selbstverletzungen
  • fehlende Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zur Übernahme von Selbstverantwortung
  • Patienten, die ausgeprägte Schwierigkeiten mit der Einhaltung von Regeln und Grenzen haben
  • Suchterkrankungen (Aufnahme ist weder zur Entgiftung noch zur Langzeittherapie möglich)
  • Essstörungen mit BMI kleiner als 17
  • akute oder chronifizierte Psychosen 
  • traumatisierte Täter

Probe- und Orientierungstherapie auf der Traumastation: 

Ein Kontingent von drei Behandlungsplätzen steht für Patienten zur Verfügung, die sich noch in einem frühen Stadium einer pyschotherapeutischen Behandlung befinden. Ein ambulanter Therapieplatz muss bereits vor der Aufnahme sichergestellt sein.

Die stationäre Aufnahme zur stationären Probe- und Orientierungstherapie ist dann sinnvoll, wenn entweder die Stabilität zur Durchführung einer ambulanten Traumatherapie noch nicht ausreicht oder wenn spezifische Fragen zur Diagnostik oder zur weiteren Behandlungsplanung bestehen.

Die Aufnahme erfolgt in der Regel meist nach fünf bis sechs Monaten, die Behandlungsdauer beträgt maximal vier Wochen.

Der Schwerpunkt dieses Therapieangebotes liegt auf intensiven Stabilisierungsmaßnahmen. Dies wird durch Informationsvermittlung über Traumafolgestörungen und ein Skillstraining erreicht. Darüber hinaus werden Empfehlungen für die pyschotherapeutische  Weiterbehandlung erarbeitet.

Mitunter lässt sich erst in einem geschützten stationären Umfeld herausfinden, ob längerfristig ein Traumakonfrontation (z.B. als ein Ziel eines späteren Aufenthaltes) angestrebt werden kann. 

Kontakt Psychotraumatologie

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Sekretariat Psychotraumatologie

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