
Spezielle Massagebehandlungen, medizinische Bäder und Packungen sowie die Elektrotherapie dienen dazu, Schmerzen zu lindern, die Muskulatur zu lockern, Entzündungen zu hemmen und die Durchblutung zu fördern. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt und somit der Regenerationsprozess beschleunigt.
1. Mechanotherapie
1.1 Klassische Massage
Von verspannter Muskulatur ausgehende Beschwerden und Leistungminderungen muskulär bindegewebiger Funktionseinschränkungen werden durch die Massage beseitigt.
Die Grifftechniken führen zu einer deutlichen Durchblutung der Haut, der Muskulatur und des Bindegewebes. In der Onkologie wird diese Massageform nicht sehr häufig angewandet, da die Durchblutung bei ödemgefährdeten Patienten Lymphabflussstörungen fördert.
1.2 Colon-Massage
Diese Form der Massage ist bei Obstipationsbeschwerden angezeigt. Dabei wird durch gezielte therapeutische Griffe im Colonverlauf die Darmperistaltik angeregt.
1.3 Schlüsselzonenmassage n. Marnitz
Die Marnitz-Massage ist eine reflektorisch energetische Massageform bei der punktuell mit Zeige- und Mittelfinger in der Tiefe des Gewebes mit leichten Kreisbewegungen behandelt wird. Es handelt sich um eine Tiefenmassage.
1.4 Fußreflexzonenmassage
In der Therapie wird auf die Reflexzonen am Fuß eingegangen.
Unter der Fußsohle und auf dem Fußrücken spiegeln sich das Skelettsystem und die inneren Organe wider.
Durch eine umfangreiche Befunderhebung erkennt der Therapeut, wo belastete Punkte aufzufinden sind, die sich durch ihren Tonus oder durch Schmerzhaftigkeit von anderen Regionen unterscheiden. Die Behandlung erfolgt entweder mit muskelspannungsaufbauenden Verweilgriffen oder spannungsabbauenden Grifftechniken.
1.5 Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE)
In der Rehabilitation ist die KPE eine sehr wichtige Therapie, um die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Ödeme unterschiedlicher Genese werden durch das Zusammenspiel von manueller Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Krankengymnastik und evtl. Schmerztherapie behandelt. Die Kompressionstherapie wird je nach Ödemgrad und Befund in Form von manuell angelegten Kompressionsbandagen oder mittels Maßkompressionsstrümpfen durchgeführt.
1.6 Hydro-Jet - Wasserbettmassage
1.7 Narbenbehandlung
Narben, besonders großflächige, sind oft mit dem Unterhautfettgewebe verbacken und lassen sich kaum verschieben. Durch spezielle Verschiebetechniken und Querdehnungen wird das Gewebe gelöst.
2. Thermotherapie
2.1 Moorpackungen (warm)
Dabei handelt es sich um eine thermotherapeutische Packung die zwischen 42 und 45 Grad Celsius appliziert wird. Eine Mehrdurchblutung der Haut entsteht, der Stoffwechselvorgang wird beschleunigt und die Muskulatur entspannt sich.
2.2 Moorpackungen (Zimmertemperatur)
Diese Packung wird direkt auf den zu behandelnden Körperbereich gebracht. Durch die Kälte wirkt diese Behandlung entzündungshemmend.
2.3 Pelosepackung
Pelose-Heilschlamm wird gewonnen aus dem Schallener-See und ist ein wasserhaltiger Binnenschlamm. Er besteht aus feinsten Ton- und Kalkteilchen mit organischen Stoffen (Algenablagerungen, Pflanzenresten). Er wirkt entzündungshemmend, besonders nach vorangegangener Strahlentherapie.
3. Medizinische Bäder
3.1 Hydrogalvanisches Teilbad
Dieses Bad kommt zum Einsatz bei verminderter Reaktions- und Funktionsfähigkeit der motorischen und sensiblen Nerven.
4. Elektrotherapie
Unter dem Begriff der Elektrotherapie werden alle diejenigen Behandlungsverfahren zusammengefasst, bei denen die Elektrizität selbst und unmittelbar verwendet wird.
Aufgrund technischer und physiologischer Gesichtspunkte teilt man die Elektrotherapie in 3 Hautgruppen ein:
- Niederfrequenztherapie
- Mittelfrequenztherapie
- Hochfrequenztherapie
Die Wirkung liegt vor allem in der Schmerzlinderung, der Durchblutungsförderung und der Spannungsreduzierung quergestreifter Muskulatur.
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