
Fachbereich Psychosomatik
Die positive Resonanz auf unsere Fortbildungen in den letzten Jahren hat uns ermuntert, auch in diesem Jahr wieder ein attraktives Fortbildungsprogramm zusammenzustellen. Wir haben auch in diesem Jahr wieder namhafte Referenten gewinnen können und bleiben der Tradition treu, therapeutische Weiterentwicklungen, die wir für besonders praxisrelevant halten, vorzustellen. Für unser stationäres Behandlerteam sind die Fortbildungen immer eine sehr angenehme Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre den kollegialen Austausch mit Ihnen als niedergelassene Kollegen zu pflegen.
Die Fachabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie ist auch Ausbildungs- und Weiterbildungsstätte, insbesondere erfolgen neben der klinischen Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen unseres Hauses:
- Berufsbegleitende Weiterbildung für Ärzte und Diplom-Psychologen u.a. in
Zusammenarbeit mit den 6 wissenschaftlichen Instituten zur klinischen
Weiterbildung von Diplom-Psychologen in München
- Überregionale Weiterbildungsveranstaltungen, z.B. in Kontextueller
Familientherapie und Traumatherapie
- Umfangreiche Maßnahmen im Rahmen der Qualitätssicherung u.a. in
Zusammenarbeit mit dem Institut zur Qualitätssicherung in der stationären
Psychosomatik IQP e.V. München
- Mitarbeit in verschiedenen Fachgesellschaften, u.a. der Deutschen Gesellschaft
Psychotherapeutischer Medizin DGPM, EMDRIA e.V. und der Deutschen
Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)
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- Persönlichkeitsstörungen: Was kann als state of the art gelten? mit Dr. Sabine Herpertz- 03.03.2010 ENTFÄLLT LEIDER!! NEUER TERMIN WIRD NOCH BEKANNT GEGEBEN!
- "Innere Kinder, Ich-Zustände, Parts, Teil-Persönlichkeiten und Ergo-States - alles das Selbe oder nur das Gleiche?" mit Dr. med. Jochen Peichl- 22.01.2010
- Auffrischungskurs in psychodynamisch-imaginativer Traumatherapie (PITT) mit Frau Prof. Dr. Luise Reddemann - 27.02.2010
- "Prozessieren - was ist wann dran" mit Dipl.Psych. Michaela Huber - 07.07.2010
- "Scham und Peinlichkeit" mit Ortwin Meiss - 14.07.2010
- "Wie können seelische Verletzungen wirklich heilen?" mit Prof. Terry D. Hargrave - 30.07.2010
- OPD und Körper mit Prof. Joachim Küchenhof - 17./18.09.2010
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Anmeldung für die Fortbildungsveranstaltungen:
Klinik St. Irmingard
Psychosomatische Abteilung
Chefarzt Dr. Franz Pfitzer
Osternacher Str. 103
83209 Prien am Chiemsee
Tel.: 08051 607-573
Fax: 08051 607-775
Anmeldefax für Seminare (als PDF downloaden)
I. PSYCHIATRY MEETS PSYCHOSOMATIC
Die Psychosomatik in Deutschland ist sicherlich aus der Abgrenzung zur einseitig biologisch ausgerichteten Psychiatrie entstanden. Inzwischen sind Psychosomatik und Psychotherapie aus der stationären und ambulanten Patientenversorgung nicht mehr wegzudenken. Auch die aktuelle Problematik der Gestaltung des neuen stationären Entgeltsystems in Psychiatrie und Psychosomatik macht – bei allen divergierenden Positionen und Interessen – auch deutlich, dass wir doch immer wieder auch in einem Boot sitzen. Da ich im „Erstberuf“ ja Neurologe und Psychiater bin, sehe ich mit großem Interesse, wie sich in der Psychiatrie die Psychotherapie neu etabliert und sich hierbei als therapieschulenübergreifend und zunehmend störungsspezifisch spezialisiert versteht.
1. Persönlichkeitsstörungen: Was kann als state of the art gelten ?
Workshop mit Prof. Dr. Sabine Herpertz, Heidelberg
Zeit: Mittwoch, den 03.03.2010 – 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ort: Gesellschaftsraum, Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Tagungsbeitrag: 40,00 Euro
Zusammenfassung:
Frau Prof. Sabine Herpertz hat zum Herbst 2009 vom Lehrstuhl Psychiatrie der Universität Rostock nach Heidelberg gewechselt. Sie ist die erste Frau als pychiatrische Lehrstuhlinhaberin in Heidelberg. Die Heidelberger Psychiatrie ist mit Namen wie Kurt Schneider, Jaspers, Janzarik, von Bayer über Jahrzehnte tonangebend im deutschsprachigen Raum gewesen. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt von Frau Prof. Herpertz gilt seit vielen Jahren dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen und hier insbesondere der Verbindung von Grundlagenforschung mit praktisch therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten.
Veranstaltungsinfo (als PDF downloaden)
2. Therapie chronischer Depressionen mit CBASP
Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen weltweit. Anders als früher vermutet, zeigen 20 bis 35% der Patienten einen chronischen Verlauf.
Frau Priv.Doz. Dr. E. Schramm aus der psychiatrischen Abteilung von Prof. Berger in Freiburg hat in Deutschland die interpersonelle Psychotherapie IPT bekannt gemacht. Auch wir haben bei „einfachen“ Depressionen mit IPT gute Behandlungserfahrungen gemacht. Nun hat sich Frau Schramm chronischen Depressionen zugewandt und hat auch das Buch von James McCullough übersetzt. Sein Therapieansatz für chronische Depressionen, das „Cognitiv Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ ist gut evaluiert und reflektiert besonders Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung. Chronisch Depressive sind oftmals hochempfindlich, distanziert, feindselig, reagieren leicht gekränkt, was schnell zu Störungen der therapeutischen Beziehung führen kann. Behandlungstechnisch kombiniert CBASP kognitiv-verhaltenstherapeutische, psychodynamische und interpersonelle Therapieelemente.
Einführung in die Depressionstherapie mit CBASP
Aufgrund der vielfältigen Verpflichtungen von Frau Schramm und ihrem Team auch im Bereich der weiteren Evaluation von CBASP gestaltet sich das Finden eines Termins noch schwierig. Wir hoffen, das Seminar in der zweiten Jahreshälfte anbieten zu können und werden den Termin per email und auf unserer Fortbildungs-Homepage bekannt machen.
II. TRAUMATHERAPIE
1. Innere Kinder, Ich-Zustände, Parts, Teil-Persönlichkeiten und Ego-States - alles das Selbe oder nur das Gleiche?
Workshop mit Dr. med. Jochen Peichl, Nürnberg
Zeit: Freitag, den 22.01.2010 – 10.00 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Gesellschaftsraum, Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Tagungsbeitrag: 80,00 Euro
Zusammenfassung:
An Hand der Befunde der psychoanalytischen Objektbeziehungstheorie und der Säuglingsforschung werden Ego-States als episodische Repräsentanzen von frühen Interaktionserfahrungen beschrieben. Beim erweiterten Verständnis von Dissoziation spielt die "Strukturelle Dissoziation" nach Nijenhuis et al. eine entscheidende Rolle bei der Ausgestaltung der unterschiedlichen Ego-States, die hier "Parts" heißen. Daneben haben hypnotherapeutische und hypnosystemischen Anwendungen des Teilekonzepts durch Gunter Schmidt (innerer Familie) und Richard Schwartz (inneres Familiensystem-Modell) die Diskussion in den letzten Jahren bereichert und wurden in den systemischen Gedanken integriert. Der Workshop bietet einen systematischen Überblick über die verschiedenen Konzepte, diskutiert ihre Relevanz für die Praxis und vermittelt Übungen dazu.
Jochen Peichl (Dr. med.) ist Oberarzt der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Klinikum Nürnberg und tätig in eigener Praxis. Schwerpunkte seiner Arbeit: Stationäre und ambulante Traumatherapie und Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, insbesondere Borderline-Persönlichkeitsstörungen, komplexe PTBS, DIS. Diverse Publikationen zu diesen Themen. Dr. Peichl machte eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und Psychodramatherapeuten und war Lehranalytiker am Institut für Psychoanalyse Nürnberg und Lehrtherapeut des Moreno-Instituts Überlingen.
Veranstaltungsinfo (als PDF downloaden)
2. Auffrischungskurs in psychodynamischer-imaginativer Traumatherapie (PITT) mit Frau Prof. Dr. Luise Reddemann
Zeit: Samstag, den 27.02.2010 – 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Anmeldungen ausschließlich über email: gunde.hartmann@vr-web.de
In den letzten Jahren haben wir sowohl in der Klinik St. Irmingard als auch in der Simssee Klinik Bad Endorf mehrmals Ausbildungsseminare in PITT mit Frau Prof. Reddemann abhalten können. Inzwischen bietet sie ihre Ausbildungsgruppen, um weniger reisen zu müssen, nur noch in Köln an. Das Auffrischungsseminar richtet sich an alle Kollegen, die bei Frau Prof. Reddemann schon einmal einen PITT – Kurs absolviert haben. Neben der Darstellung neuerer PITT – Behandlungstechniken soll genügend Raum für Fragen, Fallvignetten etc. bleiben.
Veranstaltungsinfo (als PDF downloaden)
3. Prozessieren - was ist wann dran "
Workshop mit Dipl.Psych. Michaela Huber, Göttingen
Zeit: Mittwoch, 07. Juli 2010 13.00 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Gesellschaftraum, Klinik St.Irmingard, Prien am Chiemsee
Tagungsbeitrag: 90 Euro
In allem Psychotherapeutischen findet Prozessieren im Sinne eines Informationstransfers und Lernprozesses statt mit dem Ziel, sich selbst mehr zu verstehen, von Altem loslassen zu können, abgespaltene Persönlichkeitsanteile zu integrieren, Symptome zu verbessern sowie mehr Kontrolle über Gefühls- und Körperzustände zu gewinnen.
Was bedeutet dann das Prozessieren von traumatisch abgespaltenem Material?
Welche Prozess-Techniken können zu welchem Zeitpunkt in der Psychotherapie helfen, Dissoziation abzubauen und Verstehen, Loslösen und Gesunden zu fördern?
Wir werden ein sehr praxisorientiertes Seminar erleben dürfen.
Frau Michaela Huber ist psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung. Sie ist Mitbegründerin des Zentrums für Psychotraumatologie in Kassel. Als erste Vorsitzende der deutschen Sektion der ISSD (International Society for the study of dissociation ) wurde sie 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz und auch international für ihre Verdienste auf dem Gebiet der Forschung und Fortbildung zum Thema der schweren posttraumatischen und dissoziativen Störungen geehrt. Wichtige Veröffentlichungen sind u.a.: „Multiple Persönlichkeiten“ sowie das zweibändige Lehrbuch „Wege der Traumabehandlung“.
III. Trauma Netzwerk und EMDR-Supervisionen
In den von unseren beiden Oberärzten, Herrn Dr. Peter Heinz und Frau Dr. Sabine Krompaß, moderierten Intervisionsgruppen haben nun schon seit Jahren Mitglieder aus unseren Behandlerteams sowie traumatherapeutisch tätige niedergelassene Psychotherapeuten zu einem sehr kollegialen Austausch und Miteinander gefunden. Erfreulicherweise konnten wir im letzten Jahr mit der Gründung eines Trauma-Netzwerkes einen wichtigen Schritt weitergehen. Gerade komplex traumatisierte Patienten benötigen eine gut vernetzte Behandlerkette, die vom Frauennotruf über Beratungsstellen, ambulanten und stationären Behandlungsangeboten, ein gestuftes und vernetztes Behandlungsangebot vorhält.
EMDR:
Aus Termingründen war es leider nicht möglich, auch in diesem Jahr einen Level 1 EMDR Kurs anzubieten.
Von langer Hand geplant werden wir wieder in Zusammenarbeit mit dem EMDR Institut in Bergisch-Gladbach einen Level 1 Kurs anbieten und zwar vom 8.– 10. April 2011
Danach werden wir wohl auch einen Level 2 Kurs anbieten können.
Erfreulicherweise konnten wir Frau Dr. Ulrike Beckrath-Wilking als EMDR Supervisorin gewinnen. Sie bietet zwei verschiedene Supervisionsgruppen an:
Behandlungserfahrungen mit EMDR und 20 Supervisionsstunden sind Voraussetzung für die Teilnahme am Level 2 Kurs
EMDR-Supervisionskurs (Voraussetzung Level 1)
mit Frau Dr. Ulrike Beckrath-Wilking
Im Vordergrund stehen erste praktische Erfahrungen im Einsatz vom EMDR, Fragen zu Indikation und Behandlungstechnik.
Zeit : Mittwoch, 31. März 2010
Gruppe A 13.00 Uhr bis 16.15 Uhr
Gruppe B 16.45 Uhr bis 20.00 Uhr
Mittwoch, 30. Juni 2010 17.15 Uhr bis 20.30 Uhr
Mittwoch, 13. Okt. 2010 17.15 Uhr bis 20.30 Uhr
Ort: Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Anmeldung ausschließlich über emai: wilking2000@aol.com
EMDR Fortgeschrittenen Supervisionsseminar
mit Frau Dr. Ulrike Beckrath-Wilking
Zeit : Mittwoch, 30. Juni 2010 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Mittwoch, 13. Okt. 2010 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ort: Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Tagungsbeitrag: 70 Euro
Frau Dr. Beckrath-Wilking ist Nervenärztin und Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin. Sie ist Dozentin und Supervisorin in Traumatherapie (besonders PITT nach Reddemann) und EMDR Supervisorin. Sie hat 20 Jahre lang als Oberärztin die Psychotherapiestation Haus 2 des BKH Haar geleitet und ist nun in München niedergelassen. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Traumhilfezentrums München, mit dem eine gute Kooperation besteht.
IV. Hypnotherapie und systematische Therapie
1. "Scham und Peinlichkeit"
Seminar mit Ortwin Meiss
Die Seminare mit Ortwin Meiss und Terry D. Hargrave stellen immer ein besonderes Highlight unseres Fortbildungsprogramms dar.
Zeit : Mittwoch, 14. Juli 2010 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Gesellschaftsraum 3. Stock
Tagungsbeitrag: 80 Euro
Schamgefühle und Gefühle der Peinlichkeit können Menschen extrem behindern und permanenten Stress auslösen. Aus Angst vor beschämenden Situationen vermeiden viele Menschen, sich in Situationen zu begeben, wo sie exponiert der Beobachtung anderer ausgesetzt sind und peinlich berührt werden könnten. Sie bleiben so unter ihren Möglichkeiten. Schamgefühle treten aber nicht nur in öffentlichen Situationen auf, sie wirken auch im Verborgenen und können für den Betroffenen außerordentlich quälend sein. Psychoanalytische Theorien zu diesem Thema berücksichtigen zu wenig die sozialen Komponenten der Scham und liefern nur wenige konkrete Techniken zur Therapie der Schamgefühle. In diesem Workshop werden hypnotherapeutische Strategien und Methoden für die Arbeit mit Scham- und Peinlichkeitsgefühlen vorgestellt, die eine gute Ergänzung und Erweiterung anderer therapeutischer Verfahren darstellen.
Für die praktische Arbeit werden verschiedene Techniken und Ansätze vorgestellt.
• Spezielle Übungen zur Überwindung von Scham- und Peinlichkeitsgefühlen
• Die Arbeit mit inneren Mentoren und die Veränderung innerer Dementoren
• Umdeutungen und Nutzung veränderter Perspektiven über die Bildung
neuer Zugehörigkeiten
• Spezifische Metaphern und Geschichten zum Thema
Seminarleiter:
Ortwin Meiss ist einer bekanntesten Hypnotherapeuten Deutschlands, er ist Lehrtherapeut der Milton Erickson Gesellschaft und leitet das Milton H. Erickson Institut Hamburg. Er arbeitet in freier Praxis als Psychotherapeut und Trainer. Ortwin Meiss ist auch ein sehr erfolgreicher Mental-Trainer, er wird bei der Jahrestagung „Mentale Stärken“ in Heidelberg im Oktober 2010 den Hauptvortrag halten.
2. Wie können seelische Verletzungen wirklich heilen?
Ein neuer Weg der Integration von Einsicht und Einüben von neuen Verhaltensmustern.
Workshop mit Prof. Terry D. Hargrave, Los Angeles
Zeit : Freitag, 30. Juli 2010 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Ort: Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Tagungsbeitrag: 90 Euro
Tagungssprache Deutsch (Englisch mit konsekutiver Übersetzung)
Die Erstbeschreibung der Mehrgenerationen-Perspektive und ihrer Auswirkungen z.B. in destruktiven Partnerschaften durch Boszormenyi–Nagy ist sicherlich ein Meilenstein in der Entwicklung der systemischen Therapie. Dennoch belegt die Forschung sehr eindeutig, dass die Einsicht in die Genese destruktiver Beziehungsmuster diese noch nicht verändert, andererseits sind aber auch Therapieansätze, die an Kommunikation oder Verhaltensmustern ansetzen, funktionieren nur selten in Situationen von Stress, Konflikten etc. effektiv. Gleichzeitig verstehen wir heute sehr viel besser, wie destruktive Beziehungen auch zu neurobiologischen Veränderungen führen. Terry Hargrave hat einen neuen, sehr wirkungsvollen Therapieansatz entwickelt, der Psychodynamisches Verstehen und das Einüben von neuen Verhaltensmustern durch neue Beziehungserfahrungen integriert. Im Workshop wird dieser Ansatz in sehr verständlicher Form vermittelt und es werden konkrete Anwendungsmöglichkeiten für hochrelevante psychische Störungen wie Depressionen, Angst und Sucht vermittelt.
Prof. Terry Hargrave ist einer der führenden Vertreter der kontextuellen Therapie und Prof. an der renommierten Fuller Seminary University, Los Angeles. Er hat 9 Bücher und zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte sind die Weiterentwicklung des kontextuellen Ansatzes, Psychotherapie mit Tätern und Opfern, Paartherapie und Psychotherapie im Alter.
V. OPD und Körper
In der OPD 1 tauchte der Körper nur unter der Achse „Krankheitserleben“ auf. Prof. Küchenhoff hat bereits 1996 bei der OPD 1 mitgearbeitet und ist ständiges Mitglied im Arbeitskreis OPD. Wissenschaftlich hat sich Prof. Küchenhoff besonders intensiv mit der Problematik der Somatisierung sowie den Konzepten von Körperbild und Körpererleben befasst. Für die Neufassung OPD 3 soll das Körpererleben wesentlich stärker in den Mittelpunkt gerückt werden, wofür ja auch viele neurobiologische Befunde sprechen.
Im Kurs wird zunächst ein knapper Überblick über die Achsen „Konflikt“ „Beziehung“ und „Struktur“ im Konzept der OPD 2 gegeben. Danach wird das neue OPD–Konzept „Körpererleben in Abhängigkeit von der psychischen Struktur“ theoretisch vorgestellt und anhand von Fallbeispielen praxisnah erarbeitet.
Prof. Küchenhoff ist ein erfahrener Ausbilder in OPD. Das Seminar wird durch Fallvignetten, Lifeexploration, das gemeinsame Besprechen der Interviewratings und regelmäßigen Brückenschlag zur klinischen Praxis sicherlich spannend und lebendig werden.
Workshop mit Prof. Joachim Küchenhof
Zeit : Freitag, 17. Sept. 2010 14.30 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag, 18. Sept. 2010 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr
Ort: Klinik St. Irmingard, Prien am Chiemsee
Gesellschaftsraum 3. Stock
Tagungsbeitrag: 130 Euro
Prof. Joachim Küchenhoff ist Psychiater und Facharzt für Psychosomatische Medizin. Nach der Habilitation 1992 in Heidelberg ist er seit 1994 Ltd. Arzt der Abteilung Psychotherapie der Psychiatrischen Uniklinik Basel. Seit 2007 ist er Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Liestal. Er bemüht sich seit vielen Jahren um die Integration von sozial- und geisteswissenschaftlichen Konzepten in die psychiatrisch-psychotherpeutische Theoriebildung und Behandlungsplanung.
VI. Strukturbezogene Psychotherapie
Traditionell bildet der Workshop „Strukturbezogene Psychotherapie“ mit Prof. Gerd Rudolf den Abschluss unseres Fortbildungsjahresprogramms. Im letzten Jahr hat Gerd Rudolf in sehr eindrucksvoller Weise vermittelt, wie Diagnostik von konfliktbedingten, strukturbedingten und traumabedingten Störungen unterschiedliche Therapieziele und Methoden erfordern. Vor allem aber transportiert Gerd Rudolf in sehr authentischer Weise die erforderliche Haltung des Therapeuten. Auch 5 Jahre nach seiner Emeritierung ist er weiterhin sehr aktiv und für 2010 ein derart gefragter Referent, dass wir erst im Frühsommer einen verbindlichen Termin werden vereinbaren können.
Sobald wir Termin und Thema mit Gerd Rudolf vereinbart haben, werden wir Sie per email informieren.
Klinik St. Irmingard GmbH
Osternacher Str. 103
83209 Prien am Chiemsee
Telefon: 08051 607-0
Telefax: 08051 607-562
E-Mail: info@st-irmingard.de
Internet: www.st-irmingard.de



