Institutsambulanz
für Patientinnen & Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen

Die Klinik St. Irmingard eröffnet im Januar 2022 eine Psychosomatische Institutsambulanz (nach § 118 Absatz 3 SGBV) mit einer Spezialisierung für Patientinnen und Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen.
⇒ Zielsetzung ist es, dieser bisher ambulant wie auch stationär unterversorgten Patientengruppe eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige ambulante Behandlung zu ermöglichen.

Die Institutsambulanz wird schrittweise aufgebaut und beginnt ihre Tätigkeit zunächst im Rahmen einer Pilotphase.


Das Wichtigste in Kürze
  • Unsere Behandlungskapazitäten sind zunächst noch stark limitiert, sodass sich ggf. auch im Rahmen der Ambulanz leider längere Wartezeiten ergeben können bzw., dass nicht alle Patienten, für welche formal die Zugangsvoraussetzungen bestehen, aufgenommen werden können!
  • Wir bieten derzeit nur Leistungen an, wenn parallel eine psychotherapeutische Behandlung bei einem niedergelassenen Kollegen sichergestellt ist.
  • Die Betreuung von Akuttraumatisierten (ohne bereits geregelte ambulante Psychotherapie) ist nicht möglich
  • Es handelt sich um ein multiprofessionelles und berufsgruppenübergreifendes Angebot. Schwerpunkte sind u.a.:
    • Unterstützung bei der Entwicklung eines Gesamtbehandlungsplanes, ggf. unter Berücksichtigung von kombinierten Maßnahmen im ambulanten und stationären Setting
    • Niederfrequente multiprofessionelle Mitbetreuung, z.B. Skillstraining, Körper- oder Kunsttherapie, sozialarbeiterische Unterstützung. Diese Maßnahme kann auch während der Wartezeit auf einen stationären Aufenthalt erfolgen.
    • Differentialdiagnostik von Traumafolgestörungen
    • Poststationäre Weiterbetreuung
Welche Patienten können wir in der Institutsambulanz für komplexe Traumafolgestörungen behandeln?

Infolge der gesetzlichen Vorgaben nach § 118 kann nur eine besonders stark betroffene Untergruppe von traumatisierten Patienten behandelt werden.

  • Diagnostische Voraussetzungen: Diagnose oder Verdachtsdiagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung F43.1 plus einer damit verbundenen somatischen Diagnose. Bei dieser zusätzlichen Diagnose sollte es sich um ein körperliches Leiden handeln, das in einer sich negativ auswirkenden Wechselwirkung mit dem psychischen Störungsbild steht. Der Zusammenhang kann weit gefasst sein. In vielen Fällen ist die Behandlung der körperlichen Erkrankung durch depressive Stimmungslagen mit sozialem Rückzug, durch unterschiedlichste Ängste oder Befürchtungen, mangelnde Selbstfürsorge oder Vermeidungsverhalten stark beeinträchtigt. Die somatische Diagnose ist in den gesetzlichen Vorgaben nicht genauer spezifiziert. Es kann sich um Störungsbilder aus jedem medizinischen Fachgebiet handeln, beispielsweise um einen schwer einstellbaren Diabetes mellitus, eine ausgeprägte Adipositas, einen Morbus Crohn, um rezidivierende Schmerzen bei einer orthopädischen oder neurologischen Grunderkrankung oder um den erschwerten Verlauf einer chronischen Hauterkrankung.
  • Bei Vorliegen (oder beim Verdacht auf das Vorliegen) einer dissoziativen Störung F44 oder einer somatoformen Störung F45 ist keine separate somatische Diagnose erforderlich.
  • Das Behandlungsangebot besteht für volljährige, gesetzlich versicherte Patienten. Ein Anspruch auf Leistungen im Rahmen der Privaten Krankenversicherung und anderen Kostenträgern besteht derzeit nicht (kann aber u. U. im Einzelfall mit dem Kostenträger vereinbart werden). Eine Finanzierung über den Fonds Sexueller Missbrauch ist in Fällen ohne anderweitige Kostenübernahme zu diskutieren.
Welche Patienten können nicht in unserer Institutsambulanz behandelt werden?
  • Arbeits- oder Wegeunfallopfer. Diese Patientengruppe erhält Leistungen im Rahmen des Psychotherapeutenverfahrens der Gesetzlichen Unfallversicherung. Wenden Sie sich bitte an die zuständige Berufsgenossenschaft.
  • Opfer von Gewalttaten im Rahmen des Opferentschädigungsgesetz (OEG). Betroffene von Akuttraumatisierungen im Rahmen zwischenmenschlicher Gewalt können derzeit noch nicht über unsere Institutsambulanz versorgt werden.
  • Traumatisierte Geflüchtete (ohne Krankenkassenkarte) können derzeit ebenfalls nicht über die Institutsambulanz versorgt werden.
Aufnahmeweg in unsere Institutsambulanz nur durch Überweisung

Die Inanspruchnahme der Ambulanz erfolgt per Überweisung  unter Angabe der o.g. Diagnosen oder Verdachtsdiagnosen. Die Überweisung kann nach § 118 SGB V ausschließlich durch die nachfolgend genannten Arztgruppen vorgenommen werden:

  • Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Facharzt für Psychiatrie
  • Ärztlicher Psychotherapeut
  • Eine Überweisung durch einen Psychologischen Psychotherapeuten ist nicht möglich