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Behandlung

Wir begleiten Sie zurück ins Leben

Die Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung reißt die meisten Patienten komplett aus ihrem gewohnten Leben. Körperliche Schwäche, anhaltende Beschwerden und tiefgreifende Ängste machen es Krebspatienten nach einer Akutbehandlung oft schwer, wieder in den Alltag und in das Berufsleben zurückzufinden.

Um Sie in dieser Ausnahmesituation aufzufangen, bieten wir Anschlussheilbehandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen an, die gezielt und individuell auf Ihre Belastungen, Fragen und Bedürfnisse eingehen.

Unser Behandlungskonzept verbindet eine ganzheitliche Sicht auf Körper, Psyche und soziales Umfeld mit moderner Diagnostik. Die Klinik St. Irmingard steht für eine besonders wertschätzende, individuell zugeschnittene und menschlich zugewandte Betreuung. Unser Ziel ist, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen und sich ganz auf Ihre Genesung konzentrieren können – dabei stehen wir in enger Abstimmung mit Ihrer Akutklinik

„Unser Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Therapie zu bieten, damit sie nach einer schweren Tumorbehandlung wieder ins Leben zurückfinden. Unsere individualisierten, umfassenden Rehakonzepte – in Kombination mit der besonderen Lage am Chiemsee – führen dabei häufig zu erstaunlich schnellen Verbesserungen von körperlicher und seelischer Gesundheit.“

Dr. med. Alexander Esmaty, MHBA, Chefarzt Hämatologie und Onkologie

Krankheitsbilder

Wir decken das gesamte Spektrum hämatologischer und onkologischer Erkrankungen ab und sind u. a. spezialisiert auf Anschlussheilbehandlungen und Reha nach:

  • Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren
  • gastrointestinalen Tumoren
  • hämatologischen Systemerkrankungen

Behandlungsmethoden

Ihr Therapieplan verbindet je nach Bedarf medizinische Behandlung mit Bewegung, Entspannung und psychosozialer Unterstützung. Zum Einsatz kommen u. a.:

  • Physio- und Sporttherapie
  • Hippotherapie
  • Ergotherapie und physikalische Therapie
  • Entspannungsverfahren
  • Ernährungsberatung und Gesundheitstraining
  • Rehabilitationspsychologie zum Wiedererlangen des seelischen Gleichgewichts
  • Gesprächsgruppen, Sozialberatung und aktivierende Pflege
  • Naturheilverfahren/Komplementärmedizin

Behandlungsziele

Unser übergeordnetes Ziel ist stets die bestmögliche Genesung unserer Patienten im Rahmen Ihrer individuellen Situation.

Wir möchten Sie dabei unterstützen, wieder mehr Lebensqualität zurückzugewinnen und sich Schritt für Schritt wieder im Alltagsleben zurechtzufinden.

Dazu arbeiten wir gezielt an der Linderung von Funktionsstörungen und fördern Ihre Selbstständigkeit im täglichen Handeln. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem körperlichen Aufbau und der seelischen Stärkung, damit Sie Stabilität und Zuversicht zurückerlangen.

Häufig gestellte Fragen zur Behandlung in der hämatologisch-onkologischen Reha

Welche Folgestörungen werden in der Klinik für hämatologisch-onkologische Rehabilitation behandelt?

Wir behandeln körperliche, seelische und soziale Fähigkeitsstörungen bzw. Einschränkungen, die durch die Krebserkrankung oder ihre Therapie entstanden sind.

Die Chemotherapie zielt auf die Zerstörung von Krebszellen ab. Leider können dabei auch gesunde Zellen geschädigt werden, was zu unterschiedlichen Nebenwirkungen und Folgestörungen führen kann. Dazu zählen:

1. Hämatologische Störungen

  • Anämie (Blutarmut) aufgrund einer verminderten Produktion von roten Blutkörperchen.
  • Neutropenie (niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen), was das Risiko für Infektionen erhöht.
  • Thrombozytopenie (niedrige Anzahl von Blutplättchen), was zu einer erhöhten Blutungsneigung führen kann.

2. Gastrointestinale Probleme

  • Übelkeit und Erbrechen, oft als akute oder verzögerte Nebenwirkung
  • Durchfall und Verstopfung durch Schäden an der Darmschleimhaut
  • Mukositis (Entzündung der Schleimhäute, besonders im Mund und Rachen)
  • Ernährungsstörungen
  • Gewichtsoptimierung
  • Stomaversorgung und -beratung

3. Neurologische und kognitive Störungen

  • Periphere Neuropathie: Schäden an Nerven, die Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen in Händen und Füßen verursachen
  • Chemobrain: Kognitive Beeinträchtigungen wie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Hörverlust oder Tinnitus bei bestimmten Chemotherapeutika (z. B. Cisplatin)

4. Kardiovaskuläre Auswirkungen

  • Herztoxizität: Herzmuskelschäden, die zu Herzinsuffizienz führen können (z. B. durch Anthrazykline wie Doxorubicin)
  • Erhöhtes Risiko für Thrombosen und Embolien

5. Fatigue-Syndrom (chronische Müdigkeit und Erschöpfung)

6. Haarausfall und Hautprobleme

  • Alopezie: Vorübergehender Verlust der Kopfhaare und anderer Körperhaare
  • Hautreizungen oder Veränderungen wie Hyperpigmentierung

7. Psychische Belastungen

  • Angststörungen und Depressionen aufgrund der körperlichen Belastung und der emotionalen Herausforderungen.

8. Langfristige Risiken

  • Zweittumore: Ein erhöhtes Risiko für sekundäre Krebserkrankungen, die durch die Chemotherapie selbst ausgelöst werden können
  • Organschäden: Langfristige Auswirkungen auf Leber, Nieren oder Lunge
  • Osteoporose: Knochenabbau durch hormonelle Veränderungen oder Kortikosteroide

Jede Chemotherapie ist individuell und die Nebenwirkungen können je nach Medikament, Dosierung und Gesundheitszustand des Patienten variieren. Eine enge Zusammenarbeit mit dem medizinischen Team ist entscheidend, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wie sieht das Behandlungskonzept in der onkologischen Rehabilitation aus?

Unsere Behandlung ist ganzheitlich und interdisziplinär. Sie basiert auf aktuellen medizinischen Leitlinien und verbindet ärztliche, therapeutische und pflegerische Angebote. Dazu gehören u. a.:

  • psychoonkologische Betreuung mit Einzelgesprächen und Gruppenangeboten zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung
  • Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Qi Gong, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder musikalische Entspannung
  • gezielte Physiotherapie in Form von Krankengymnastik, Sport- und Bewegungstherapie (z.B. Nordic Walking, Ergometer, Laufband, Gehtraining oder Yoga), physikalischer Therapie (Gerätetraining, Bouldern) und Ergotherapie
  • Massagen (z.B. Lymphdrainage, Darmmassage, Medijet-Behandlungen, klassische Massage)
  • verschiedene Stromanwendungen z. B. TENS oder Beckenbodenstimulation
  • spezielle Therapieprogramme bei Polyneuropathie
  • Kinesio-Taping bei z. B. Schmerzen oder Lymphödemen
  • Kälte- und Wärmepackungen bei z. B. Rückenschmerzen oder Entzündungen der Haut nach Strahlentherapie
  • individuelle Ernährungsberatung, speziell zugeschnittene Kochkurse, Zwischenmahlzeiten und Bioimpedanzmessungen
  • Sozialberatung zur Förderung der Selbstständigkeit und Selbstversorgung oder beruflichen Wiedereingliederung
  • professionelle pflegerische Unterstützung, z. B. im Umgang mit Stoma oder Prothesen
  • medizinische Vorträge und Schulungsangebote
  • Freizeitaktivitäten in den therapiefreien Zeiten,  z.B. geführte Wanderungen in den Chiemgauer Alpen am Wochenende

Wodurch zeichnet sich die Betreuungsqualität in der Klinik St. Irmingard aus?

Seit knapp 50 Jahren verbinden wir in der Klinik St. Irmingard medizinische Höchstleistung mit viel menschlicher Zuwendung und Herzlichkeit. Sie profitieren von:

  • einem hochspezialisierten, interdisziplinären Team aus Fachärzten für Hämatologie und Onkologie, Psychoonkologen, Therapeuten und Pflegekräften
  • Zeit für persönliche Gespräche, auch zu komplexen Krankheitsverläufen und individuellen Fragestellungen
  • einer sehr individuellen Therapieplanung, die Ihre körperliche Situation, Ihre persönliche Lebenssituation und Ihre Ziele in der Reha berücksichtigt
  • einer wertschätzenden, herzlichen Atmosphäre, die Sicherheit und Vertrauen gibt

Welche Rolle spielt die besondere Lage direkt am Chiemsee für meine Reha?

Die ruhige, naturnahe Lage direkt am bayerischen Meer sowie die Nähe zu den Chiemgauer Alpen ermöglichen Bewegung im Freien, bewusste Entspannung und Momente des „Durchatmens“. Viele unserer Patienten erleben die Umgebung als zusätzlichen „Therapiebaustein“, der den Genesungsprozess spürbar unterstützt.

Wie wird die Behandlung für mich persönlich geplant?

Zu Beginn Ihrer Rehabilitation erfolgt eine umfassende ärztliche Aufnahme mit Anamnese, Sichtung der Vorbefunde und Untersuchung. Auf dieser Basis erstellt unser interdisziplinäres Team einen individuellen Therapieplan. Dieser wird im Verlauf regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst – orientiert an Ihrem Fortschritt, Ihrem Befinden und Ihren persönlichen Rehazielen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Anschlussheilbehandlung (AHB) und Rehabilitation?

Die Anschlussheilbehandlung (AHB) schließt in der Regel direkt oder zeitnah an die Akutbehandlung im Krankenhaus (Operation, Chemo‑ oder Strahlentherapie) an. Ziel ist es, akute Folgen der Therapie zu lindern und die körperliche und seelische Stabilität wiederherzustellen.

Eine onkologische Rehabilitation kann auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Sie richtet sich stärker auf langfristige Folgestörungen, den Ausbau Ihrer Leistungsfähigkeit und die nachhaltige Verbesserung Ihrer Lebensqualität.

Was kann ich selbst zu einem guten Rehabilitationserfolg beitragen?

Sie unterstützen Ihren Reha- und Nachsorgeerfolg, indem Sie:

  • aktiv an den ärztlich verordneten Therapien teilnehmen
  • offen über Beschwerden, Sorgen und Wünsche sprechen
  • die Angebote zur Bewegung, Entspannung und Psychoonkologie nutzen
  • die erlernten Strategien und Übungen – soweit möglich – in Ihren Alltag übernehmen

Unser Team begleitet Sie dabei, realistische Ziele zu setzen und diese Schritt für Schritt zu erreichen.

Kann ich auch als Privatpatient/Selbstzahler eine onkologische Reha machen?

Selbstverständlich – dies ist sowohl stationär, als auch im Rahmen unserer Privatambulanz möglich.
In unserer Privatambulanz für Hämatologie und Onkologie steht Ihnen unser Expertenteam neben der Rehabilitation auch für Erstabklärungen bei Verdacht auf Krebs, während der aktiven Tumortherapie und zur Durchführung einer leitliniengerechten Nachsorge zur Verfügung.

Zudem können Sie für eine stationäre Reha unsere PRIMA Wahlleistungen in Anspruch nehmen.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Aufnahme in die Onkologie?

Dann füllen Sie direkt unser Kontaktformular aus, oder rufen Sie bitte direkt die kompetenten Kolleginnen in unserem Patienten-Service an:

Telefon +49 8051 607-538
E-Mail: info (at) st-irmingard.de

Unser qualifizierter Patientenservice steht Ihnen gerne für Ihre Anfragen zu Verfügung!