Rahmenbedingungen Klinik für Psychotraumatologie

Die Psychotherapie von Patienten mit Traumafolgestörungen sollte immer im Kontext eines Gesamtbehandlungsplans erfolgen. Der Behandlungsschwerpunkt liegt hierbei in der ambulanten Therapie. Dementsprechend können nur Patienten aufgenommen werden, die bereits vor der stationären Therapie verbindlich die Möglichkeiten einer ambulanten Weiterbehandlung geregelt haben.

Die medizinische Abklärung von körperlichen Beschwerden sollte vor dem Aufenthalt abgeschlossen sein.

Die Behandlung auf der Traumastation erfordert eine hohe Motivation zur Mitarbeit. Das beinhaltet beispielsweise bereits in der Phase der Anmeldung die Bereitschaft, recht umfangreiche Informationen zum Störungsbild und zur Vorbehandlung verfügbar zu machen und mehrere wissenschaftlich fundierte Fragebogen auszufüllen.

Patienten mit folgenden Störungsbildern bzw. Eigenschaften können auf der Traumstation nicht behandelt werden:

  • nicht kontrollierbare Suizidalität oder schwere Selbstverletzungen
  • fehlende Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zur Übernahme von Selbstverantwortung
  • Patienten, die ausgeprägte Schwierigkeiten mit der Einhaltung von Regeln und Grenzen haben
  • Suchterkrankungen (Aufnahme ist weder zur Entgiftung noch zur Langzeittherapie möglich)
  • Essstörungen mit BMI kleiner als 17
  • akute oder chronifizierte Psychosen 
  • traumatisierte Täter

Das Behandlungssetting der Traumastation ist darauf ausgelegt, bei Patientinnen und Patienten mit einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung eine leitliniengerechte Behandlung mit Traumakonfrontation durchzuführen, sofern diese nicht ambulant stattfinden kann. Die Verweildauer beträgt meist ca. 8 – 12 Wochen. 

Eine schlechte Nachricht

Leider können wir mit den 18 Behandlungsplätzen, die der Traumaabteilung zur Verfügung stehen, der Zahl der Anmeldungen nicht gerecht werden. Hieraus resultieren sehr lange Wartezeiten bis zur Aufnahme. Nach Durchführung eines Vorgesprächs zur Abklärung der Aufnahmeindikation werden wir Ihnen die voraussichtliche Wartezeit nennen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Wartezeit vom Eingang der Anmeldung bis zur Aufnahme mittlerweile oft bei zwei Jahren liegt.

Dieser sehr unbefriedigende Zustand hat dazu geführt, dass wir die Indikationsprüfung für eine Aufnahme sehr streng gestalten müssen. Traumatisierte Patientinnen und Patienten bilden beispielsweise nicht immer eine Posttraumatische Belastungsstörung aus, oft liegen stattdessen auch depressive Störungen, Angst- oder Schmerzstörungen vor. Patienten mit diesen ebenfalls schweren Beeinträchtigungen, jedoch ohne Vorliegen einer ausgeprägten PTBS, können wir aus Kapazitätsgründen nicht aufnehmen. In Anbetracht der langen Wartezeiten sollten Sie bereits vor einer Anmeldung auf die Traumastation  mit Unterstützung Ihres ambulanten Therapeuten ausloten, ob es gute Alternativen zu unserem sehr eingeschränkt verfügbaren Behandlungsangebot gibt.

Mittlerweile gibt es in Deutschland viele sehr gut ausgebildete Therapeuten, welche eine traumaspezifische Behandlung auch ambulant durchführen können. Viele psychosomatische Abteilungen haben ihre Therapieangebote auch auf die Bedürfnisse von traumatisierten Patientinnen und Patienten ausgeweitet.

Probe- und Orientierungstherapie auf der Traumastation

Ein Kontingent von ca. drei Behandlungsplätzen steht für Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die sich noch in einem frühen Stadium einer pyschotherapeutischen Behandlung befinden.

Die Anmeldung zur stationären Probe- und Orientierungstherapie ist dann sinnvoll, wenn entweder die Stabilität zur Durchführung einer bereits eingeleiteten ambulanten Traumatherapie noch nicht ausreicht oder wenn spezifische Fragen zur Diagnostik oder zur weiteren Behandlungsplanung bestehen. In diesen Fällen bemühen wir uns, die Wartezeit auf maximal ein Jahr zu begrenzen.

Die Behandlungsdauer beträgt ca. vier Wochen. Der Schwerpunkt dieses für jeden Patienten nur einmal zur Verfügung stehenden Therapieangebotes liegt auf Informationsvermittlung über Traumafolgestörungen, Erlernen von Ressourcentechniken und einem intensiven Skillstraining. Darüber hinaus werden Empfehlungen für die pyschotherapeutische Weiterbehandlung erarbeitet. Mitunter lässt sich erst in einem geschützten stationären Umfeld herausfinden, ob längerfristig eine Traumakonfrontation (z.B. als ein Ziel eines späteren Aufenthaltes) angestrebt werden kann.

 

Wiederaufnahme in die Traumastation

Im Anschluss an einen 4-wöchigen Orientierungsaufenthalt sind Sie in der Regel gut für eine intensive ambulante Therapie vorbereitet. Eine Wiederaufnahme ist nur möglich, wenn die bisherige Behandlung zu deutlichen Fortschritten geführt hat und Sie für die nächste „Behandlungsetappe“ gewappnet sind: in den meisten Fällen handelt es sich um die Durchführung einer Traumakonfrontation, die den Schutz einer Station benötigt. Generell sind aufgrund der begrenzten Behandlungskapazität maximal drei Aufenthalte auf der Traumastation möglich.

Kontakt Klinik für Psychotraumatologie

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Sekretariat Klinik für Psychotraumatologie

+49 8051 607-530