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Prähabilitation

Gehen Sie gestärkt in Ihre Operation.

Eine Krebsoperation stellt für den Körper – und besonders für die Seele – eine enorme Belastung dar. Ängste, Erschöpfung und depressive Verstimmungen sind dabei keine Seltenheit. Ähnlich wie sich ein Sportler gezielt auf einen Wettkampf vorbereitet, können sich auch Krebspatienten mit einer ganzheitlichen medizinischen Betreuung auf ihren bevorstehenden Eingriff vorbereiten.

Genau hier setzt die Prähabilitation an: Sie nutzt die wertvolle Zeit zwischen Diagnosestellung und Operation für eine ganzheitliche Stärkung.

Ziel der Prähabilitation ist es, Ihre körperliche, seelische und funktionelle Belastbarkeit vor der Operation zu optimieren, um postoperative Komplikationen zu reduzieren, die Genesung zu beschleunigen und Ihnen eine sicherere Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.

Ihr Wohlbefinden steht dabei auf mehreren Säulen. Deshalb haben wir in der Fachklinik für Onkologie ein individuelles Prähabilitationsmodell entwickelt, das auf vier zentralen, sich gegenseitig stärkenden Bereichen basiert.

Unser Vier-Säulen-Modell der Prähabilitation

Bewegung & Training

Eine maßgeschneiderte Bewegungs- und Trainingstherapie stärkt Ihre Kraft, Ausdauer und körperliche Belastbarkeit und fördert Ihre Autonomie.

Ernährungsmedizin

Wir begleiten Sie bei einer bewussten Ernährung. der Korrektur von Mangelzuständen und bereiten Sie behutsam auf das präoperative Fasten vor.

Mentale Resilienz & Coping

Psychoonkologische Unterstützung und Achtsamkeitsinterventionen fördern Ihre emotionale Stabilität, Selbstwirksamkeit und den Heilungsverlauf.

Alltag, Autonomie & Reintegration

Ergotherapeutische, sozialmedizinische und edukative Maßnahmen bereiten Sie auf Ihren Alltag nach der OP vor – für mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Ihr Weg zu uns: Wer kann am Programm teilnehmen?

Unser Prähabilitationsprogramm richtet sich an erwachsene onkologische Patienten, bei denen eine Operation zur Behandlung ihres Tumors geplant ist, insbesondere bei GI-Tumoren, also Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Zeitpunkt: Das Programm beginnt ca. 2 bis 6 Wochen vor einer geplanten OP. Die Zuweisung bzw. Aufnahme erfolgt über den behandelnden Onkologen oder Chirurgen. Betroffene Patienten erhalten innerhalb von 72 h nach Anmeldung ihr Erstscreening. 

Ausschluss: Das Programm ist nicht für Notfalloperationen oder Patienten mit schweren, instabilen Herz- oder Infektionskrankheiten ausgelegt. Die Sicherheit hat immer oberste Priorität.

Programmstruktur und Module

Kein Patient ist wie der andere. Deshalb stellen wir nach einer umfassenden Eingangsuntersuchung Ihr persönliches Prähabilitationsprogramm aus verschiedenen Modulen zusammen. Sie erhalten genau die Unterstützung, die Sie benötigen.

Bewegungstherapie / Physiotherapie

  • 3–5 × pro Woche, 30–60 min.
  • Intervall-Ausdauereinheiten (Ergometer, Walking, Rudern, Schwimmen)
  • Krafttraining (MTT, funktionelle Ganzkörperübungen)
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Outdoor-Training (z.B. Chiemsee-Promenade)

Ernährungsmedizin

  • Screenings
  • Hochkalorische Supplemente bei Bedarf
  • Immunonutrition (Ω-3, Arginin, Nukleotide)
  • Präoperative Kohlenhydratgabe 2–3 h vor OP
  • Schulungen zu Speiseplanung, Lehrküche und Kochkursangebote

Psychoonkologie & Verhaltenstherapie

  • 1–3 Einzelsitzungen zur Angstbewältigung, Coping und Achtsamkeit
  • Gruppensitzungen: Stressmanagement, Schlaf, Angehörigenarbeit
  • Edukation zu Emotionsregulation, Motivation und Zielorientierung

Physikalische Therapie & MTT

  • Manualtherapie, Faszienarbeit
  • Lymphdrainage, Wärme-/Kältetherapie
  • Gerätegestütztes Krafttraining (MTT) zur Verbesserung der Muskelmasse und Mobilität

PNP/CIPN-Therapie

  • Sensomotorisches Training
  • Gehschulung und Gleichgewichtsübungen
  • TENS-Anwendungen, Vibrationsplatten
  • Medikamentöse Begleitung (Duloxetin, topische Präparate)
  • Hydrogalvanische Zellenbäder

Seminare und Schulungen (Präsenz, Hybrid, E-Learning)

  • Pflichtseminare: Bewegung, Ernährung, Schmerzmanagement, OP-Ablauf
  • Optionale Themen: Schlaf, Sexualität, Beruf & Rente, Angehörigenpflege

Soziale & Reintegrationsberatung

  • Vorbereitung auf berufliche Wiedereingliederung
  • Beratung zu Pflege, Haushalt und sozialrechtlichen Fragen
  • Kooperationen mit Partnern zur Unterstützung von Reintegration

Atem- und Entspannungstherapie

Ziel: Verbesserung der Lungenfunktion, Reduktion pulmonaler Komplikationen, Stressabbau.

  • Methoden: inspiratorisches Muskeltraining (IMT), PEP-System, Zwerchfellatmung
  • Atemrhythmusübungen, progressive Muskelrelaxation, Atemlenkung bei Angst
  • Kombination mit Bewegungstraining (z. B. Atemrhythmus beim Walking)

Schmerz- und Fatiguemanagement

Ziel: Erkennung und Behandlung tumorassoziierter Fatigue und Schmerzen

  • Methoden: BFI-Screening, NRS-Schmerzskala, Aktivitäts-Pacing, Energiehaushalt
  • Physikalische Verfahren (TENS, Wärme/Kälte, Akupressur)
  • Entspannungsverfahren (PMR, Atemtechniken, Yoga-basierte Elemente)
  • Medikamentöse und ergotherapeutische Unterstützung

Onkologische Ergotherapie & Alltagstraining

Ziel: Erhalt von Selbstständigkeit und Alltagstauglichkeit

  • ADL-Training mit Energieeffizienz, Hilfsmittelberatung
  • Feinmotorische Übungen bei Polyneuropathie, taktile Stimulation
  • Kognitive Aktivierung, Angehörigenschulung

Schlaf- und Erholungsmanagement

 Ziel: Verbesserung der Regeneration und circadianen Balance

  • Methoden: PSQI-Screening, Schlafhygieneberatung, Lichtmanagement
  • Atem- und Entspannungstechniken vor dem Schlaf
  • App-gestützte Schlafanalyse, CBT-I bei Insomnie

Digitale und Telemedizinische Begleitung

Ziel: Steigerung der Adhärenz und Datentransparenz

  • App-gestützte Bewegungserfassung, Ernährungstagebuch, Feedbacksystem
  • Telecoaching durch Physiotherapie und Ernährungsberatung
  • Automatisierte Erinnerungsfunktionen („Daily Move“, „Eat & Track“)
  • Integration in elektronische Patientenakte und Forschungsdatenbank

Haben Sie Fragen zum Prähabilitationsprogramm in der Onkologie?  

Dann füllen Sie direkt unser Kontaktformular aus, oder rufen Sie bitte direkt die kompetenten Kolleginnen in unserem Patienten-Service an:

Telefon +49 8051 607-538
E-Mail: info (at) st-irmingard.de

Unser qualifizierter Patientenservice steht Ihnen gerne für Ihre Anfragen zu Verfügung!